„Frieden muss gelernt und gelebt werden“ – KAICIID integriert Dialog in die ASEAN-Agenda für Friedenspädagogik
Auf der hochrangigen ASEAN-Konferenz zu Friedenspädagogik auf den Philippinen zeigte KAICIID gemeinsam mit politischen Verantwortlichen, Bildungsfachleuten und Jugendvertretern aus ganz Südostasien auf, wie der interreligiöse und interkulturelle Dialog die Friedenspädagogik stärken kann.
Die Verankerung der Friedenspädagogik in den Lehrplänen ist entscheidend für die Gestaltung der Zukunft Südostasiens.
Dies war der Aufruf des Friedensberaters des Präsidenten, Mel Senen S. Sarmiento, der vor mehr als 400 führenden Persönlichkeiten aus dem Bildungswesen, politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern, Friedensaktivisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Entwicklungspartnern und Jugendvertreterinnen und -vertretern auf der hochrangigen ASEAN-Konferenz zur Friedenserziehung sprach, die am 22. und 23. September in Quezon City unter dem Motto „Friedenspädagogik für eine gemeinsame Zukunft und dauerhafte Zusammenarbeit“ stattfand.

„Wir sind unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Kulturen und Überzeugungen, doch wir teilen eine Region und das gemeinsame Streben nach einer friedlichen und prosperierenden Zukunft. Und wenn wir diese Zukunft wollen, darf Friedenspädagogik nicht an der Schwelle des Klassenzimmers enden“, sagte er.
Die Konferenz fand vor dem Hintergrund statt, dass die Gesellschaften Südostasiens mit zunehmender Polarisierung, Desinformation und Druck auf den sozialen Zusammenhalt konfrontiert sind. KAICIID nutzte die Veranstaltung, um eine zentrale Idee zu vermitteln: Friedenspädagogik muss die Menschen nicht nur dazu befähigen, Vielfalt zu verstehen, sondern auch, mit Unterschieden zu leben, Vertrauen aufzubauen und über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten.
„Frieden muss gelernt und gelebt werden; er ist ein fortlaufender Prozess, der nicht allein durch politische Vereinbarungen erreicht werden kann, so notwendig diese auch sein mögen“, erklärte Pater Laurent Basanese S.I., Mitglied des KAICIID-Direktoriums und Büroleiter im Dikasterium für interreligiösen Dialog des Heiligen Stuhls, in seiner Eröffnungsrede.

Von der Vielfalt zum Dialog
„Friedenspädagogik bedeutet nicht nur, zu vermitteln, dass Vielfalt existiert. Sie muss uns lehren, wie wir mit Vielfalt leben können“, sagte Pater Basanese.
Für KAICIID beschränkt sich der Dialog nicht auf formelle Begegnungen zwischen religiösen Führerinnen und Führern. Er ist eine praktische Kompetenz, die erlernt, vermittelt und in die Bildung integriert werden kann: Zuhören, bevor man antwortet; unterscheiden zwischen dem, was eine andere Person tatsächlich glaubt, und Annahmen über sie, und den Schritt von der Akzeptanz von Unterschieden hin zu echter Begegnung und Zusammenarbeit.
„Respekt ermöglicht es uns, friedlich miteinander zu leben. Der Dialog ermöglicht es uns, Beziehungen aufzubauen. Und Beziehungen schaffen Vertrauen“, sagte er.
Diese Überzeugung bildet die Grundlage für die Bildungsarbeit von KAICIID, die von der Lehrplanentwicklung über Fortbildungen für Lehrkräfte bis hin zum „International Fellows Programme“ reicht, das seit 2015 mehr als 580 Fellows aus über 100 Ländern gefördert hat. In der Zentralafrikanischen Republik unterstützte das Dialogzentrum ein Modul für interreligiösen Dialog im Rahmen des Masterstudiengangs Konfliktlösung an der Universität Bangui. In Nigeria, auf den Seychellen und auf Mauritius arbeitete KAICIID gemeinsam mit Arigatou International an einem Stipendienprogramm für Lehrkräfte zum Thema Ethikunterricht.
Friedenspädagogik in Bildungseinrichtungen verankern
Auf den Philippinen arbeitet KAICIID mit dem Philippinischen Zentrum für Islam und Demokratie (PCID) zusammen, um einen Leitfaden für interreligiösen und interkulturellen Dialog in den Lehrplan des Kurses „Friedenspädagogik“ an der Mindanao State University zu integrieren. Diese Partnerschaft ist in Mindanao von großer Bedeutung, wo Fragen der Religion, Identität, Bildung und Friedensförderung eng miteinander verknüpft sind.
Dieses Engagement baut auf der Zusammenarbeit von KAICIID mit dem ASEAN-Institut für Frieden und Versöhnung (ASEAN-IPR) auf. Seit die beiden Institutionen im Jahr 2023 eine Absichtserklärung unterzeichnet haben, wurden mehr als 75 Vertreterinnen und Vertreter der ASEAN-Staaten im interreligiösen und interkulturellen Dialog zur Friedenskonsolidierung geschult. Das Büro des Präsidialberaters für Frieden, Versöhnung und Einheit (OPAPRU) veranstaltete 2025 in Manila eine regionale Fortbildung.
Auf der Konferenz moderierte Vera Ferreira, Leiterin der Regionalprogramme, die Podiumsdiskussion „Brücken zwischen Kulturen, Religionen und Gemeinschaften: Interkultureller und interreligiöser Dialog durch Friedenspädagogik“. Das Dialogzentrum veranstaltete außerdem eine Sitzung zum Thema „Dialog in die Praxis umsetzen als Ansatz zur Friedensförderung“.
Fellows setzen den Dialog in die Praxis um
Vier KAICIID Fellows berichteten von ihren direkten Erfahrungen in regionalen Institutionen, an Universitäten und in lokalen Gemeinschaften.
Rif’at Fachir aus Indonesien ist Kommunikationsbeauftragter bei ASEAN-IPR und Mitglied der KAICIID Fellows-Kohorte 2022 aus Süd- und Südostasien. Dr. Ridwan al-Makassary lehrt an der Universitas Islam Internasional Indonesia und kommt aus den Bereichen Friedensforschung, Konfliktlösung und interreligiöse Studien. Datu Mussolini Sinsuat Lidasan, Geschäftsführer des Al-Qalam-Instituts für islamische Identitäten und Dialog in Südostasien an der Ateneo de Davao University, beschäftigt sich mit interreligiösem und intrareligiösem Dialog sowie Konflikttransformation in Mindanao.
Kenny Lloyd Angon, stellvertretender Direktor des Instituts, war 2023 an der Gründung des Netzwerks „Southeast Asian Youth for Humanity“ (SEA Y4H) beteiligt und war der erste Filipino, der für eine auf Jugendliche ausgerichtete Gruppe des Fellows-Programms ausgewählt wurde.
„Unsere jungen Menschen sind nicht nur passive Zeugen dieser Arbeit“, sagte er. „Sie sind die aktiven Geschichtenerzähler, Friedensstifterinnen und Brückenbauer, die unterschiedliche Traditionen in eine Grundlage für gemeinschaftliche Harmonie verwandeln.“
Für Pater Basanese ist diese praktische Dimension von entscheidender Bedeutung. Junge Menschen unterschiedlicher religiöser und nicht-religiöser Überzeugungen, so sagte er, sollten bei Themen, die ihre Gemeinschaften betreffen, zusammenarbeiten.
„Wenn wir gemeinsam handeln, geschieht etwas Wichtiges. Der Mensch, den ich zuvor nur als ‚den Anderen‘ kannte, bekommt einen Namen, ein Gesicht und eine Geschichte. Und genau dort beginnt der Frieden.“

„Gemeinschaften leiden nicht nur unter den Auswirkungen der Wut gebrochener…
Friedensförderung benötigt heute mehr als nur technische Lösungen; sie erfordert eine inklusive,…
