KAICIID und CPLP diskutieren, wie Dialog den sozialen Zusammenhalt in der portugiesischsprachigen Welt stärken kann
Ein Auftakttreffen zweier zwischenstaatlicher Organisationen mit Sitz in Lissabon ebnet den Weg für eine engere Zusammenarbeit – in einem Jahr, in dem die CPLP ihr 30-jähriges Bestehen feiert.
Das Internationale Dialogzentrum – KAICIID empfing hochrangige Vertreterinnen und Vertreter sowie Fachleute der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP) sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten ihrer Mitgliedstaaten, um zu erörtern, wie der interreligiöse und interkulturelle Dialog den Frieden und den sozialen Zusammenhalt in der gesamten portugiesischsprachigen Welt fördern kann.
Die CPLP vereint Länder in Afrika, Europa, Asien und Lateinamerika, die unterschiedliche religiöse, kulturelle und soziale Kontexte abdecken, und stellt einen wichtigen Raum für den Austausch über Dialog und sozialen Zusammenhalt dar. Das Treffen bot KAICIID die Gelegenheit, sein Mandat und seine Erfahrungen vorzustellen und mehr über die Prioritäten und Perspektiven der CPLP und ihrer Mitgliedstaaten zu erfahren.
Die in portugiesischer Sprache abgehaltene Auftaktveranstaltung diente dazu, die zwei Organisationen, die beide ihren Sitz in Lissabon haben, besser miteinander vertraut zu machen und zu erörtern, wo sich ihre Mandate überschneiden. In den CPLP-Mitgliedstaaten gibt es eine Vielzahl religiöser und kultureller Traditionen, weshalb der Dialog ein naheliegendes gemeinsames Interesse ist.
KAICIIDs amtierender Generalsekretär, Botschafter António de Almeida Ribeiro, hieß die Teilnehmerinnen und Teilnehmer willkommen. Es folgten Eröffnungsreden von Botschafterin Maria de Fátima Jardim, Exekutivsekretärin der CPLP, und Botschafterin Natália Carrascalão, Ständige Vertreterin von Timor-Leste bei der CPLP, die im Namen des timoresischen Vorsitzes der Organisation sprach.
„Die Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder vereint Länder mit einer außergewöhnlichen geografischen, kulturellen, historischen und religiösen Vielfalt, die durch eine gemeinsame Sprache und das Bekenntnis zur Zusammenarbeit verbunden sind“, sagte der amtierende Generalsekretär, Botschafter António de Almeida Ribeiro. „Für KAICIID ist diese Vielfalt eine Chance für Dialog und gegenseitiges Lernen.“
KAICIID stellte seine Programme vor, die religiöse Führungspersönlichkeiten, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger und die Zivilgesellschaft dabei unterstützen, durch Dialog Konflikte zu verhindern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Dabei ist die Organisation regional in Afrika, in der arabischen Welt, in Asien und in Europa tätig und baut ihr Engagement in Lateinamerika zunehmend aus.

KAICIID stellte zudem Beispiele für sein Engagement in portugiesischsprachigen Ländern vor, darunter seine Arbeit in Mosambik, wo sich der Dialog mit religiösen Akteuren auf Frieden und sozialen Zusammenhalt konzentriert hat, darunter auch der innermuslimische Dialog in Cabo Delgado. Diese Arbeit hat religiöse Führerinnen und Führer zusammengebracht, um Konflikte, Radikalisierung und den Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Gewalt einzudämmen und gleichzeitig lokal getragene Ansätze für Dialog, Bildung und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften zu unterstützen.
Im weiteren Sinne umfasst die Arbeit von KAICIID in portugiesischsprachigen Ländern die Investition in die Ausbildung von Fellows und die Unterstützung der von ihnen geleiteten Initiativen sowie die Zusammenarbeit mit Universitäten, interreligiösen Arbeitsgruppen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und lokalen Kulturinitiativen. In Portugal gehörte dazu die Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um Dialogkompetenz mit lokalen Erfahrungen und Netzwerken zu verknüpfen.
Botschafter de Almeida Ribeiro: „Unser Ziel ist es nicht einfach nur, Menschen an einen Tisch zu bringen. Es geht darum, den Dialog so zu gestalten, dass er dazu beiträgt, Spannungen zu verhindern, bevor sie zu Konflikten eskalieren; Vertrauen dort wiederherzustellen, wo Gesellschaften gespalten sind, und sicherzustellen, dass die Perspektiven von Religionsgemeinschaften und lokalen Gemeinschaften in die Gespräche einfließen, die eine inklusivere und friedlichere Gesellschaft gestalten.“
Das Exekutivbüro der CPLP skizzierte die Arbeit der Organisation anhand ihrer drei Säulen: politische und diplomatische Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten, sektorübergreifende Zusammenarbeit in einer Vielzahl von Bereichen und die Förderung der portugiesischen Sprache.
Das Treffen ist Teil von KAICIIDs laufenden Bemühungen um den Austausch mit zwischenstaatlichen Organisationen und diplomatischen Vertretungen mit Sitz in Portugal und knüpft an einen Dialog mit dem diplomatischen Korps der Gruppe der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (GRULAC) im Mai 2026 sowie an die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Organisation der iberoamerikanischen Staaten (OEI) an.
Das Treffen fand zudem anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der CPLP statt, drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung am 17. Juli 1996 in Lissabon.
