„Wie können wir Städte inklusiver gestalten?“ – Junge Führungskräfte erörtern, wie Dialog die richtige Antwort sein kann
Beim 5. ICCAR-UNESCO-Jugend-Bootcamp auf Sizilien stellte KAICIID den interreligiösen und interkulturellen Dialog in den Mittelpunkt der Gespräche und vermittelte jungen Führungskräften praktische Ansätze, die sie in ihre Gemeinschaften tragen können.
Mit dreißig jungen Menschen aus aller Welt, die sich in Palermo und Ustica zur fünften Ausgabe des Jugend-Bootcamps von ICCAR und der UNESCO versammelt hatten, zielte das diesjährige Treffen darauf ab, junge Führungskräfte darauf vorzubereiten, zu inklusiveren und nachhaltigeren Städten beizutragen.
Unter Federführung des Internationalen Dialogzentrums – KAICIID fand am 3. September ein ganztägiger Workshop zu interreligiösem und interkulturellem Dialog statt, einem der zentralen Themen des diesjährigen Bootcamps. Damit beteiligte sich das Dialogzentrum zum zweiten Mal an dem Projekt.
An diesem Tag kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 20 bis 30 Jahren zusammen, die in der Zivilgesellschaft, in Kommunalverwaltungen und in der Privatwirtschaft tätig sind. Anhand interaktiver Übungen, Diskussionen und Gruppenarbeiten setzten sich die Teilnehmenden damit auseinander, wie Religion, Weltanschauung, Identität und Kultur Gemeinschaften prägen und wie der Dialog dazu beitragen kann, Unterschiede anzugehen, bevor sie zu tieferen Spaltungen führen.
Unter der Leitung von Tim Mortimer, Programmbeauftragter für die Region Europa bei KAICIID, und Ana Có, Programmbeauftragte für das Internationale Fellows-Programm von KAICIID, wurden die teilnehmenden Personen dazu angeregt, zunächst von ihren eigenen Erfahrungen mit Identität und Zugehörigkeit auszugehen, bevor sie sich mit den größeren Gemeinschaften und Städten befassten, in denen sie leben.
Die Aktivitäten reichten von Übungen zur Erforschung persönlicher und kollektiver Identitäten bis hin zu Gesprächen über religiöse Kompetenz und praktische Ansätze zum Umgang mit schwierigen Situationen in vielfältigen Gemeinschaften. Imam Tarafa Baghajati, Vorstandsmitglied des Muslim Jewish Leadership Council, und Daniela Chavez, KAICIID Fellow, berichteten zudem von ihren Erfahrungen mit der Zusammenarbeit zwischen Religionsgemeinschaften und der Zivilgesellschaft auf städtischer Ebene in Österreich und Argentinien.

„Die Menschen, die letztendlich für den Umgang mit religiöser Vielfalt in einer Stadt zuständig sind, verfügen nicht immer über das nötige Wissen oder die Fähigkeiten, um dies effektiv zu tun: eine Gleichstellungsbeauftragte, die Schulleitung, ein Team der Wohnungsbehörde. Aus diesem Grund ist religiöse Kompetenz von entscheidender Bedeutung. Was wir an einem solchen Tag versuchen, ist, jungen Menschen eine Methode zu vermitteln, mit der sie tatsächlich offen mit Fragen rund um Religion umgehen können, sowie das Selbstvertrauen, diese Methode anzuwenden, bevor eine Situation zu einer Krise eskaliert – und nicht erst danach“, sagte Tim Mortimer, Programmbeauftragter für die Region Europa bei KAICIID, der die Gesprächsrunde an diesem Tag leitete.
Der Schwerpunkt der gesamten Fortbildung lag auf dem Dialog als praktischer Kompetenz und nicht als abstraktem Konzept. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich mit Situationen auseinander, in denen Unterschiede in Bezug auf Religion, Kultur oder Identität Schulen, Nachbarschaften, öffentliche Einrichtungen und Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft beeinflussen können, und erarbeiteten Wege, durch Zuhören, Engagement und strukturierten Dialog darauf zu reagieren.

„Durch die praktischen Aktivitäten, die wir heute gemeinsam durchgeführt haben – wie Geschichtenerzählen, Übungen und ehrliche Gespräche, hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, über Identität, religiöse Kompetenz, Kultur und Dialog nachzudenken. Dabei gingen sie über theoretische Konzepte hinaus und betrachteten diese als Fähigkeiten, die uns wirklich dabei helfen, über Unterschiede hinweg zuzuhören, Diskriminierung zu bekämpfen und zu Gemeinschaften beizutragen, die alle Menschen einbeziehen“, erklärte Ana Có, Projektbeauftragte des Internationalen Fellows-Programms von KAICIID.
Der Tag endete mit einer kurzen Einführung in „Dialogo“, dem eigenen Brettspiel von KAICIID, das als Beispiel für ein Instrument dient, das den Teilnehmenden hilft, Gespräche trotz Meinungsverschiedenheiten zu führen.
„Ich fand die Erfahrung im Bootcamp sehr aufschlussreich, insbesondere aufgrund der Vielfalt der vertretenen Perspektiven, Erfahrungen und beruflichen Hintergründe. Die Gelegenheit, mit Teilnehmenden und Referent:innen in Kontakt zu treten, die sich aus unterschiedlichen Kontexten mit Rassismus, Diskriminierung, sozialem Zusammenhalt und damit verbundenen Themen beschäftigen, war einer der stärksten Aspekte dieser Erfahrung“: sagte Azmaira Alibhai, KAICIID Fellow und Bootcamp-Teilnehmerin.
KAICIID unterstützte zudem die Teilnahme von fünf jungen Menschen aus seinen verschiedenen Netzwerken, darunter Vertreter des Internationalen Fellows-Programms, des Programms für die Arabische Welt im Rahmen von Dialogue360 sowie des Projekts „Catalysts for Cohesion“ des Programms für Europa.
Das im Rahmen des ICCAR-UNESCO-Netzwerks organisierte und vom Nova Project durchgeführte Bootcamp befasste sich mit der Rolle von Städten bei der Förderung von Inklusion, Menschenrechten und Nachhaltigkeit. Weitere Themen waren die Bekämpfung von Diskriminierung, künstliche Intelligenz und Inklusion, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit sowie Führung für inklusive Gemeinschaften.
Die diesjährige Veranstaltung mit dem Titel „Building DiverCity, from what we inherit“ fand abwechselnd in Palermo und Ustica statt und brachte die Teilnehmenden mit Expertinnen und Praktikern zusammen, wobei Workshops, Diskussionen und gemeinschaftliche Erfahrungen miteinander kombiniert wurden.
Das Bootcamp steht in engem Zusammenhang mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, insbesondere mit dem Ziel für nachhaltige Entwicklung Nr. 11 zu inklusiven und nachhaltigen Städten, sowie mit Zielen zur Verringerung von Ungleichheiten, zu Frieden und inklusiven Institutionen, Bildung, Partnerschaften und Klimaschutz.
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