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KAICIID und das Büro der Vereinten Nationen für die Verhütung von Völkermord und die Schutzverantwortung erneuern ihre Zusammenarbeit, um die Konfliktprävention durch Dialog zu stärken

28 Januar 2026

Das Internationale Dialogzentrum KAICIID und das Büro des Sonderberaters der Vereinten Nationen für die Verhütung von Völkermord (UNOSAPG) haben ihre formelle Zusammenarbeit durch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) am Hauptsitz der Vereinten Nationen erneuert. Damit wurde ein Rahmen für die Zusammenarbeit geschaffen, der KAICIIDs Fachwissen im Bereich des interreligiösen Dialogs vor Ort mit den Bemühungen zur Verhütung von Völkermord und damit verbundenen Verbrechen sowie der Anstiftung zu Diskriminierung, Feindseligkeit oder Gewalt verbindet.

Angesichts immer länger andauernder Konflikte, zunehmender Gewalt aufgrund von Identitätsfragen und Hassrede, die die Polarisierung in verschiedenen Regionen weiter schüren, erfordert eine wirksame Prävention koordinierte Maßnahmen aller Beteiligten. Frühwarnsysteme, Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft und ein inklusiver Dialog werden zunehmend als unverzichtbare Ergänzung zu diplomatischen und sicherheitspolitischen Ansätzen wahrgenommen. Die Stärkung der Synergien zwischen dem System der Vereinten Nationen und den Akteuren auf Gemeindeebene ist daher von entscheidender Bedeutung für den Schutz der Menschenwürde und die Verhinderung von Gräueltaten.

Die Vereinbarung sieht eine strukturierte Zusammenarbeit in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Wissensaustausch und gemeinsame Veranstaltungen vor. Im Vordergrund stehen die Unterstützung der Strategie und des Aktionsplans der Vereinten Nationen gegen Hassrede sowie des Aktionsplans für religiöse Führer und Akteure zur Verhinderung von Aufstachelung zu Gewalt. Die Partner werden Lernmodule entwickeln, einen gegenseitigen Austausch von Trainerinnen und Trainern sowie Fachleuten organisieren und Veranstaltungen durchführen, die die politischen Prozesse der Vereinten Nationen mit Erkenntnissen aus Dialognetzwerken verbinden.

 

Stellungnahmen

KAICIIDs amtierender Generalsekretär:

„Diese erneuerte Partnerschaft wird die Prävention stärken, indem sie die Erkenntnisse der Vereinten Nationen mit den bewährten Dialognetzwerken vor Ort verbindet, mit denen KAICIID im Rahmen seiner regionalen Programme weltweit täglich zusammenarbeitet. Gemeinsam werden wir praktische Instrumente weiterentwickeln, die Führungskräften dabei helfen, Diskriminierung entgegenzuwirken und Gemeinschaften zu schützen“, sagte António de Almeida Ribeiro, amtierender Generalsekretär von KAICIID.

Sonderberater der Vereinten Nationen für die Verhütung von Völkermord

„Die Einbindung religiöser und gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure ist für die Prävention von entscheidender Bedeutung. Diese Vereinbarung bietet einen klaren Rahmen für den Austausch von Fachwissen, Kompetenzvermittlung und die Förderung der Umsetzung von Aktionsplänen der Vereinten Nationen.“

– Dr. Chaloka Beyani, Sonderberater des Generalsekretärs für die Prävention von Völkermord

 

KAICIID und UNOSAPG arbeiten seit langem zusammen. Am Anfang standen der Fez-Prozess und eine Reihe regionaler Konsultationen, die zum Aktionsplan für religiöse Führer und Akteure zur Prävention von Aufstachelung zu Gewalt, die zu Gräueltaten führen könnte, beitrugen. Die jüngste Zusammenarbeit auf globaler sowie auf UN-Ebene in New York umfasste die Organisation gemeinsamer Diskussionsrunden, die einen Raum für den Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Vereinten Nationen, Mitgliedstaaten und Akteuren der Zivilgesellschaft über die präventive Rolle des Dialogs zur Bekämpfung des Missbrauchs von Religion zur Rechtfertigung von Unterdrückung, Gewalt und Konflikten schufen.

Im vergangenen September organisierte KAICIID am Rande der 80. Sitzung der UN-Generalversammlung gemeinsam mit dem Multi-Faith Advisory Council (MFAC) der Interinstitutionellen UN-Arbeitsgruppe für Religion und nachhaltige Entwicklung die Veranstaltung „Den Glauben an den Dialog bewahren: Interreligiöse Zusammenarbeit neu denken für eine neue Agenda für den Frieden”. Daran beteiligt waren die Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen (UNAOC), der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), das Büro des Sonderberaters der Vereinten Nationen für die Verhütung von Völkermord (OSAPG), Religions for Peace (RfP). Die Ständigen Vertretungen Österreichs, des Königreichs Saudi-Arabien und der Republik Portugal unterstützten die Veranstaltung.

Am 28. Jänner 2026 steuerte Dr. Chaloka Beyani einen Beitrag zu den „Interreligiösen Ansätzen für friedliches Zusammenleben” bei, mit denen ebenfalls zum ersten Mal der Internationale Tag des friedlichen Zusammenlebens begangen wurde. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von KAICIID und der Ständigen Vertretung Österreichs organisiert und von KAICIIDs Rat der Vertragsparteien – dem Königreich Saudi-Arabien, Spanien und dem Gastgeberland Portugal – mitgetragen. Die Zusammenarbeit wird auch im Rahmen des Multi-Faith Advisory Council der Interinstitutionellen Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für Religion und nachhaltige Entwicklung verstärkt, in der UNOSAPG einer der Co-Vorsitzenden ist und KAICIID seit 2018 als Mitglied und seit 2025 als Co-Vorsitzender der Gender-Arbeitsgruppe fungiert.

Mit dieser erneuerten Partnerschaft bekräftigen KAICIID und UNOSAPG, dass Prävention am wirksamsten ist, wenn globale Rahmenbedingungen mit lokalem Engagement einhergehen und wenn Grundsätze durch vertrauensvolle Beziehungen in die Praxis umgesetzt werden. Durch die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen dem System der Vereinten Nationen und Akteuren des interreligiösen Dialogs wollen die beiden Institutionen zu schnelleren, inklusiveren und nachhaltigeren Reaktionen auf die Risiken von Gewalt und schwerwiegenden Verbrechen beitragen. Angesichts der immer deutlicher werdenden Kosten der Untätigkeit unterstreicht diese Zusammenarbeit das gemeinsame Engagement für den Schutz der Menschenwürde und die Förderung des friedlichen Zusammenlebens durch Dialog, Zusammenarbeit und kollektive Verantwortung.

 

Über KAICIID

Das Internationale Dialogzentrum KAICIID ist eine zwischenstaatliche Organisation, die interreligiösen und interkulturellen Dialog fördert, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken und Konflikte zu verringern. Das Dialogzentrum arbeitet mit Regierungen, multilateralen Gremien und Dialogplattformen zusammen, um gemeinsame Werte in praktische Zusammenarbeit zu verwandeln.

Über UNOSAPG

Das Büro des Sonderberaters der Vereinten Nationen für die Verhütung von Völkermord berät den UN-Generalsekretär und unterstützt nationale und internationale Bemühungen zum Schutz der Bevölkerung vor Völkermord, Kriegsverbrechen, ethnischen Säuberungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, einschließlich der Verhinderung ihrer Anstiftung. Das Büro fördert frühzeitige Präventionsmaßnahmen durch Analyse, Interessenvertretung und Zusammenarbeit mit UN-Einrichtungen, Mitgliedstaaten und der Zivilgesellschaft.