21 junge Führungskräfte aus Südostasien setzen sich mit Dialog und Storytelling für den Klimaschutz ein
Das Internationale Dialogzentrum – KAICIID hat gemeinsam mit der Stiftung „Institute of Buddhist Management for Happiness and Peace“ (IBHAP) und dem „Caravanserai Collective“ (CERITA CARAVAN) vom 9. bis 15. Juni 2026 jugendliche Führungskräfte und Umweltaktivisten aus ganz Südostasien zu einer einwöchigen Bildungsreise eingeladen.
Unter dem Motto „Dialog in Aktion: Stärkung jugendlicher Führungskräfte für Klimaschutz in Südostasien“ brachte das Programm 14 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie sieben junge Mentorinnen und Mentoren zusammen, die zuvor im Jahr 2025 eine Ausbildung zur Storytelling-Trainerin bzw. Trainer in Yogyakarta absolviert hatten. Aufbauend auf dieser gemeinsamen Grundlage konzentrierte sich die Schulung auf die Stärkung jugendlicher Führungskräfte durch Dialogmoderation und Storytelling im Hinblick auf die praktische Arbeit zum Schutz der Umwelt.
Die diesjährige Veranstaltung fand in Bangkok und Ayutthaya statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten das Geschichtenerzählen als Mittel für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, um moralische, kulturelle und religiöse Praktiken als Ausgangspunkt zu nutzen und so die klimatischen Realitäten in einen Kontext zu setzen – mit dem Ziel, ein stärkeres und einheitlicheres Handeln in Südostasien zu fördern. Zwischen den Schulungen und den Besichtigungen vor Ort wurden die jungen Leute dazu angeregt, zu erkunden, wie die Kunst des Geschichtenerzählens und des Dialogs eine tiefere Verbindung zu den Gemeinschaften herstellen und vielfältige Ansätze für gemeinsames Handeln anregen kann.

Geschichten, die zu gemeinschaftlichem Handeln führen können
Ein wichtiges konkretes Ergebnis der Schulung ist die Umsetzung von Umweltinitiativen, die die 14 Jugendlichen noch in diesem Jahr in ihren jeweiligen Gemeinden leiten werden. Mit Unterstützung eines kleinen finanziellen Zuschusses und unter Anleitung von KAICIID werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lokale Umweltprojekte konzipieren und durchführen, die auf die aktuellen dringenden Klimaherausforderungen reagieren.
„Die Zukunft, die ich gestalten möchte, ist eine Zukunft, in der wir in einem friedlichen Umfeld leben, in der wir uns auf die Wahrheit stützen und in der wir zusammenarbeiten, um einen lebenswerten Ort für alle zu schaffen“, erklärte Jay, ein Teilnehmer von den Philippinen, im Anschluss an die Veranstaltung in Ayutthaya, bei der hervorgehoben wurde, wie der interreligiöse Dialog lokale Initiativen nachhaltig beeinflussen kann.
Auf der Grundlage eines dialogischen Ansatzes werden die Basisinitiativen die Kraft des Geschichtenerzählens nutzen, um über Unterschiede hinweg gemeinsame Werte zu identifizieren und die Mitglieder der Gemeinschaft zu mobilisieren. Von religiösen Führungsfiguren über Akteure der Zivilgesellschaft bis hin zu Jugendgruppen ist das Ziel ein gemeinsames Vorgehen, bei dem sich Gemeinschaften unabhängig von Kultur, Religion, Alter und Status für den Schutz der Umwelt einsetzen.
Im Mittelpunkt der Projekte steht der Kontakt junger Menschen zu religiösen Führerinnen und Führern sowie glaubensbasierten Organisationen, um den interreligiösen und interkulturellen Dialog zu fördern, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und gemeinschaftlich getragene Maßnahmen anzuregen. Oft sind religiöse Persönlichkeiten die vertrauenswürdigsten Stimmen innerhalb der Gemeinschaften in Südostasien. Sie verfügen über die einzigartige Fähigkeit, den öffentlichen Diskurs zu gestalten, Entscheidungsprozesse in den Gemeinschaften zu beeinflussen und zu gemeinsamem Handeln als Antwort auf gemeinsame Umwelt- und Klimaherausforderungen aufzurufen. Durch die Zusammenarbeit mit ihnen können junge Menschen die Reichweite von Klima- und Umweltinitiativen vergrößern, die Zusammenarbeit zwischen den Generationen fördern und sicherstellen, dass lokale Maßnahmen auf den Werten der Gemeinschaft, gelebten Erfahrungen und der gemeinsamen Verantwortung für den Umweltschutz basieren.
„Religiöse Führerinnen und Führer haben Gemeinschaften schon immer durch Geschichten geprägt. Sie wissen, wie man alte Weisheiten in die Tat umsetzt. Wenn junge Menschen Teil dieser Geschichten werden – nicht nur als Zuhörende, sondern als Erzählerinnen und Erzähler –, werden sie Teil einer gemeinsamen Überlieferung, die Generationen überdauert, Vertrauen schafft und zu gemeinsamem Handeln für unser aller Zukunft inspiriert“, sagte Mitra Modaressi, Leiterin des KAICIID Asien-Programms.
Rahima „Ima“ Abdulrahim, Mitbegründerin und Geschäftsführerin von The Caravanserai Collective, betonte ihrerseits, wie wichtig es sei, mehr Geschichtenerzähler zu befähigen, den Wert ihrer eigenen Erfahrungen zu erkennen, um authentische Geschichten und Stimmen zu schaffen, die sozialen und ökologischen Wandel vorantreiben.
„Wir möchten ihnen dabei helfen, zu erkennen, dass ihre Geschichten wichtig sind. Wie wir immer sagen: Geschichtenerzählen ist nichts ohne die Erzählerin und den Erzähler“, betonte sie.

Vertrauen, Zusammenarbeit und Klimaresilienz stärken
„Ich genieße die Gemeinschaft, die hier entsteht, wirklich sehr. Ich habe das Gefühl, dass dies genau die Art von Menschen sind, mit denen ich auch nach dieser Schulung noch sehr lange zusammenarbeiten werde. Mir ist klar geworden, dass es bei der Arbeit an der Basis die Geschichten sind, die mich morgens aus dem Bett treiben, um meine Aufgabe weiterhin auszuführen“, berichtete Guy Boonyarakyotin, ein Teilnehmer aus Thailand.
Dieses Programm zeigt, wie interreligiöser und interkultureller Dialog vor Ort zu echtem gemeinschaftlichem Handeln werden kann. Indem es junge Menschen, Geistliche und lokale Gemeinschaften aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen zusammenbringt, schafft es Vertrauen, stärkt Beziehungen und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen gemeinsam an der Bewältigung gemeinsamer gesellschaftlicher Herausforderungen arbeiten. Durch lokal geführte Initiativen kann der Dialog in sinnvolle und nachhaltige Maßnahmen umgesetzt werden.
„Wenn unsere jungen Führungskräfte lernen, Geschichten zu erzählen, und mehr über die Geschichte des Selbst und die Geschichte von uns allen erfahren, und wir eine neue Geschichte schaffen, die uns alle dazu inspiriert, uns für Mutter Erde einzusetzen – das ist für mich das Aufregendste daran. Lasst uns gemeinsam den Planeten retten. Wir haben keinen Planeten B“, erklärte der Ehrwürdige Napan Thawornbanjob, Gründungsvorsitzender der IBHAP-Stiftung.
Ein Teil von KAICIIDs weitreichender Arbeit in ganz Asien
Das Projekt „Dialog in Aktion“ bündelt KAICIIDs weitreichende Arbeit in ganz Asien, die interreligiösen und interkonfessionellen Dialog als praktische und nachhaltige Ansätze fördert, um junge Menschen, religiöse Führerinnen und Führer sowie Glaubensgemeinschaften bei der Bewältigung gemeinsamer regionaler Herausforderungen einzubinden.

