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Menschenwürde hat keinen Pass: KAICIID bringt den interreligiösen Dialog in die europäische Migrationsdebatte ein

16 Juni 2026

Anlässlich des 75. Jahrestags der Unterzeichnung der Genfer Flüchtlingskonvention und des Internationalen Tages der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Hassrede bringt das Internationale Dialogzentrum – KAICIID – religiöse Führungspersönlichkeiten, politische Entscheidungsträger:innen und Flüchtlinge im Europarat und in der Europäischen Akademie für Religion zusammen.

Im Juni 2026 stehen in Europa mehrere wichtige Meilensteine gleichzeitig an, darunter der Internationale Tag der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Hassrede am 18. Juni und der 75. Jahrestag der Flüchtlingskonvention von 1951. Aus diesem Anlass veranstaltet KAICIID zwei hochrangige Veranstaltungen, die den interreligiösen Dialog in den Mittelpunkt der europäischen Migrationsdebatte rücken.

Diese Veranstaltungen sind eine Reaktion auf ein zunehmend verhärtetes öffentliches Klima. Nach Angaben des Friedensforschungsinstituts Oslo gab es im Jahr 2025 mehr zwischenstaatliche Konflikte als in jedem anderen Jahr seit 1945, mit fast 245.000 konfliktbedingten Todesfällen. In Europa verstärkt sich die Polarisierung rund um das Thema Migration, wobei fremdenfeindliche Narrative und Forderungen nach „Remigration” im öffentlichen Diskurs zunehmend normalisiert werden.

„Die Menschenwürde hat keinen Reisepass und verliert ihren Wert nicht, wenn sie eine Grenze überschreitet“, erinnerte Papst Leo XIV. kürzlich die Welt mit Worten, die eine Überzeugung widerspiegeln, die in allen religiösen Traditionen geteilt wird. Der Beitrag von KAICIID besteht nicht darin, bestimmte Migrationspolitiken zu befürworten, sondern das zu leisten, was Regulierung allein nicht leisten kann: Vertrauen aufbauen, Narrative gestalten und die Beziehungen stärken, die dazu beitragen, dass Gemeinschaften zusammenhalten. Dies ist die moralische und soziale Infrastruktur, die es Neuankömmlingen und Aufnahmegemeinschaften ermöglicht, ein gemeinsames Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln.

Straßburg, 18. Juni: Europarat

Der Workshop „Zugehörigkeit ist wichtig: Hassrede durch Dialog entgegenwirken“, der im Rahmen der „Woche gegen Hassrede“ des Europarats stattfindet, wird von KAICIID in Zusammenarbeit mit dem Programm „Interkulturelle Städte“ des Europarats organisiert. Er bringt Kommunalbehörden, religiöse Führerinnen und Führer, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie Geflüchtete zusammen, um zu erörtern, wie der Dialog dazu beitragen kann, Hassrede entgegenzuwirken und das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken.

Eröffnet wird der Workshop von Irene Kitsou-Milonas, Sonderbeauftragte des Generalsekretärs des Europarats für Antisemitismus, antimuslimischen Hass und alle Formen religiöser Intoleranz.

Zu den Referenten gehört Reza Sharifi, der als unbegleiteter Minderjähriger aus Afghanistan kam und heute als Flüchtling, Künstler und Student in Serbien lebt. Er wird gemeinsam mit Maja Negrojević vom Jesuitischen Flüchtlingsdienst Serbien sprechen, die Mitglied des von KAICIID unterstützten Netzwerks für Dialog ist und ihn als Pflegemutter begleitet hat.

Rom, 30. Juni: Europäische Akademie für Religion

An der Europäischen Akademie für Religion wird die Podiumsdiskussion „Interreligiöser Dialog, Migration und sozialer Zusammenhalt auf dem Westbalkan“ religiöse Führerinnen und Fühgrer aus der Region an einen Tisch bringen, darunter Vertreterinnen und Vertreter muslimischer und christlich-orthodoxer Gemeinschaften, da der EU-Migrations- und Asylpakt die Rolle des Westbalkans in der europäischen Migrationsarchitektur neu definiert.

Die Diskussion stützt sich auf die Arbeit der KAICIID Fellows und stellt praktische Dialogmethoden vor, darunter „Scriptural Reasoning – Heilige Schriften gemeinsam reflektieren“ und interreligiöses aktives Engagement. Mit Hilfe dieser Ansätze lesen Führungskräfte und Gemeinschaften verschiedener Glaubensrichtungen gemeinsam ihre heiligen Texte zu den Themen Exil, Zuflucht und Fremde und arbeiten miteinander, um von mehr Zusammenhalt und Inklusion geprägte Gemeinschaften zu schaffen.