KAICIID und die Organisation Iberoamerikanischer Staaten unterzeichnen eine Absichtserklärung zur Förderung des Dialogs, der Bildung und des sozialen Zusammenhalts in der iberoamerikanischen Region
Die neue Partnerschaft erweitert die regionale Reichweite von KAICIID auf 23 Mitgliedstaaten in Lateinamerika und auf der Iberischen Halbinsel. Sie verankert den interreligiösen und interkulturellen Dialog in einem der weltweit größten Kooperationsrahmen für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
In einer Zeit, die von zunehmender Polarisierung, der Verbreitung von Falschinformationen und dem Verlust des sozialen Vertrauens geprägt ist, haben das Internationale Dialogzentrum – KAICIID und die Organisation Iberoamerikanischer Staaten für Bildung, Wissenschaft und Kultur (OEI) am 12. Mai 2026 in Lissabon eine Absichtserklärung unterzeichnet. Damit wurde eine strategische Partnerschaft besiegelt, die den interreligiösen und interkulturellen Dialog, Bildung und den sozialen Zusammenhalt in den Mittelpunkt der gemeinsamen Zusammenarbeit in der gesamten iberoamerikanischen Region stellt.
Die Vereinbarung wurde von Botschafter António de Almeida Ribeiro, dem amtierenden Generalsekretär von KAICIID, und Mariano Jabonero, dem Generalsekretär der OEI, unterzeichnet. Sie schafft einen Rahmen für die Zusammenarbeit in fünf Schwerpunktbereichen: interreligiöser und interkultureller Dialog für sozialen Zusammenhalt, interkulturelle Kompetenz, Prävention von Hassrede, Schutz heiliger Stätten und sakrale Ökologie. Die beiden Organisationen werden das Memorandum of Understanding in den kommenden Monaten durch einen gemeinsamen Aktionsplan, fachliche Konsultationen und konkrete Initiativen umsetzen.
„In den letzten Jahren hat die OEI dazu beigetragen, den multilateralen Dialog zu stärken. Genau darin besteht unsere Rolle: die Kluft zwischen internationaler Debatte und lokalem Handeln zu überbrücken und sinnvolle Partnerschaften zu schmieden, wie die, die wir nun mit KAICIID besiegeln. Wir wollen eine Diplomatie des Wissens fördern, die Ambitionen in Handlungsfähigkeit umsetzt“, sagte Mariano Jabonero.
Die Partnerschaft kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt. Weltweit sehen sich Gemeinschaften mit zunehmender Polarisierung, Desinformation und sozialer Spaltung konfrontiert. Vor diesem Hintergrund entspricht die Absichtserklärung einem klaren Gebot: Vertrauen zu stärken, gegenseitiges Verständnis zu fördern und eine Kultur des Friedens zu pflegen, die auf der Achtung der Vielfalt gründet.
Auf regionaler Dynamik aufbauen
Die Unterzeichnung markiert einen bedeutenden neuen Schritt im Rahmen des wachsenden Engagements von KAICIID in Lateinamerika und der Karibik. Im Dezember 2025 organisierte das Dialogzentrum gemeinsam mit „Religions for Peace – Lateinamerika und Karibik“ und der Ahmadiyya-Muslimgemeinschaft die Lateinamerika- und Karibik-Konferenz zum Thema „Förderung einer Kultur des Friedens durch interreligiösen Dialog und Bildung“, die an der Universität für Frieden (UPEACE) in Costa Rica stattfand. An dieser Zusammenkunft nahmen 23 führende politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, Lehrkräfte, religiöse Führungspersönlichkeiten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter indigener Gemeinschaften teil. Es wurde eine regionale Verpflichtung zur Förderung von Frieden und interreligiöser Bildung durch formales und nicht-formales Lernen vereinbart.
Die OEI-Partnerschaft bündelt diese Dynamik nun in einem weitaus umfassenderen institutionellen Rahmen. Mit 23 Mitgliedstaaten aus Lateinamerika, der Iberischen Halbinsel und Äquatorialguinea bietet die OEI eine leistungsstarke Plattform, um die in Costa Rica formulierte regionale Vision weiterzuentwickeln und dialogorientierte Ansätze in den nationalen Bildungssystemen, kulturellen Einrichtungen sowie Jugend- und Bürgerprogrammen im gesamten iberoamerikanischen Raum zu verankern.
Bildung als treibende Kraft des Wandels
Die Absichtserklärung legt besonderen Wert auf die transformative Rolle der Bildung. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Bildungseinrichtungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Prägung der Einstellung zu Vielfalt und Inklusion. Die umfassende Erfahrung der OEI in der gesamten Region, einschließlich ihrer strategischen Schwerpunkte in den Bereichen Inklusion im Bildungswesen, Führung und Governance sowie Innovation und ihres 2022 ins Leben gerufenen Programms zur Menschenrechts- und Bürgererziehung, bildet eine solide Grundlage, um den Dialog in langfristige gesellschaftliche Wirkung zu übersetzen.
Beide Organisationen bekräftigten zudem ihr gemeinsames Bekenntnis zur Inklusion und sicherten die sinnvolle Beteiligung von Jugendlichen, Frauen, Pädagog:innen sowie lokalen und religiösen Akteuren an allen gemeinsamen Bemühungen zu. „Bildung ohne Dialog läuft Gefahr, Spaltung zu vermitteln. Dialog ohne Bildung läuft Gefahr, ein Gespräch unter wenigen zu bleiben. Durch diese Partnerschaft mit OEI investiert KAICIID in eine Generation, die nicht die Bruchstellen von heute erbt, sondern die Werkzeuge, um diese zu kitten“, betonte Botschafter António de Almeida Ribeiro.
Über die Partnerorganisation
Die 1949 gegründete Organisation Iberoamerikanischer Staaten für Bildung, Wissenschaft und Kultur (OEI) mit Sitz in Madrid ist die wichtigste zwischenstaatliche Einrichtung für die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Technologie und Kultur in ganz Iberoamerika. Sie ist über nationale Büros in 19 Ländern tätig und erhielt im Jahr 2023 bei der UN-Generalversammlung den Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen. Ihre Arbeit umfasst frühkindliche Bildung, inklusive Bildung, Hochschulbildung und Wissenschaft, Mehrsprachigkeit, Kulturkompetenz, Menschenrechtsbildung und digitale Transformation.
Ausblick
Mit der Unterzeichnung dieser Absichtserklärung treten KAICIID und OEI in eine neue Phase der Zusammenarbeit ein. Der derzeit in Ausarbeitung befindliche gemeinsame Aktionsplan wird die gemeinsamen Ziele in messbare Initiativen umsetzen. In den kommenden Monaten wird eine Reihe von fachspezifischen Konsultationen folgen, um gemeinsame Prioritäten und Modalitäten der Zusammenarbeit festzulegen.
Das Dialogzentrum ist bereit, eng mit der OEI sowie seinen bestehenden regionalen Partnern zusammenzuarbeiten, um die Reichweite dialogorientierter Bildung zu vergrößern und das soziale Gefüge der Gemeinschaften in Lateinamerika, der Karibik und der gesamten iberoamerikanischen Region zu stärken.
