Klimaschutz und gesellschaftliches Engagement stehen im Mittelpunkt der KAICIID-Konferenz für das asiatische Diplomatische Korps in Lissabon
Das Internationale Dialogzentrum (KAICIID) empfing die Leiterinnen und Leiter der diplomatischen Vertretungen Asiens im Rahmen der dritten Runde seiner Reihe regionaler Botschaftertreffen, bei denen Klimaschutz, jugendliche Führungskräfte und der Dialog auf lokaler Ebene im Mittelpunkt einer erneuerten Partnerschaft mit einer der weltweit religiös und kulturell vielfältigsten Regionen standen.
Das Internationale Dialogzentrum – KAICIID veranstaltete heute einen Runden Tisch mit dem in der Portugiesischen Republik akkreditierten asiatischen Diplomatischen Corps und schlug damit ein neues Kapitel des strukturierten Engagements mit einer der religiös vielfältigsten und dynamischsten Regionen der Welt auf, in dessen Mittelpunkt Klimaschutz und gesellschaftliches Engagement standen.
Der Runde Tisch brachte zehn Leitungen von Missionen sowie hochrangige Diplomatinnen und Diplomaten aus der gesamten Region zu einem Arbeitsaustausch über die Rolle des interreligiösen und interkulturellen Dialogs bei der Förderung von Frieden, sozialem Zusammenhalt, Klimaschutz und inklusiver Entwicklung in Asien zusammen. Die Sitzung wurde mit Ansprachen des amtierenden Generalsekretärs von KAICIID, Botschafter António de Almeida Ribeiro, und des Botschafters der Philippinen, Paul Raymund Cortes, eröffnet.
„Dialog ist nach wie vor eines der wirksamsten Mittel, um Vertrauen aufzubauen, das gegenseitige Verständnis zu stärken und das friedliche Zusammenleben zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen zu fördern. Durch die Zusammenführung von Vertreterinnen und Vertretern der asiatischen diplomatischen Gemeinschaft in Lissabon bekräftigte dieser Runde Tisch KAICIIDs Entschlossenheit, durch nachhaltiges Engagement und partnerschaftliche Zusammenarbeit gemeinsame Ansätze für Frieden und sozialen Zusammenhalt zu fördern“, sagte der Botschafter der Philippinen, Paul Raymund Cortes.
In seiner Ansprache stellte Botschafter Almeida Ribeiro das Treffen in den Kontext der breit angelegten KAICIID-Strategie zur Zusammenarbeit mit dem diplomatischen Corps in Lissabon. In Rahmen dessen wurden bereits im April 2025 das diplomatische Corps der arabischen Welt und im März 2026 jenes der EU empfangen. Die Strategie umfasst zudem auch die Erneuerung der Absichtserklärung zwischen KAICIID und der Kommission der Afrikanischen Union in Addis Abeba im April 2026. Der Generalsekretär erinnerte an die Gründungsidee des Dialogzentrums, die aus dem Treffen Seiner Majestät König Abdullah bin Abdulaziz von Saudi-Arabien und Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 hervorgegangen war. Dabei reflektierte er über die Entwicklung von KAICIID zu einer etablierten zwischenstaatlichen Plattform mit regionalen Programmen, die sich über Afrika, die arabische Welt, Europa und Asien erstrecken.
„Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, lassen sich weder allein durch Diplomatie noch durch das Engagement der Zivilgesellschaft bewältigen. Sie erfordern Brücken zwischen Politik und Gesellschaft, zwischen Institutionen und der gelebten Realität sowie zwischen staatlichen Akteuren und den moralischen Stimmen, die die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens mitbestimmen“, sagte er.
Die Leiterin von KAICIIDs Programm-Abteilung, Vera Ferreira, und die leitende Programm-Managerin für Asien, Mitra Modaressi, stellten das Mandat des Dialogentrums und dessen Asien-Programm vor, das auf einem duale Ansatz basiert: die Integration des interreligiösen und interkulturellen Dialogs (IRD/ICD) in nationale Politik, Bildungs- und Gemeinschaftssysteme bei gleichzeitiger Stärkung eines regionalen Ökosystems aus Plattformen und Partnerschaften. Mit direkter Umsetzung in Thailand, Indonesien, den Philippinen und Malaysia sowie einem auf die Fellows ausgerichteten Ansatz, der lokal verankerte Dialogpraktiker einbindet, positioniert das Programm den Dialog als praktisches Instrument zur Bewältigung von Polarisierung, schwindendem Vertrauen, wachsenden Generationskonflikten und klimabedingten Belastungen.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Projekt „Dialog in Aktion: Stärkung der Führungsrolle junger Menschen für den Klimaschutz in Südostasien“, einem im April 2026 gestarteten Vorzeigeprojekt, das die „Transformativer Dialog“-Methodik von KAICIID mit dem Austausch von Erfahrungsberichten junger Menschen, digitaler Interessenvertretung und Engagement in der Gemeinschaft verbindet, um den Herausforderungen des Klimawandels durch interreligiöse und interkulturelle Zusammenarbeit zu begegnen.
Zu den vorgestellten Erfolgen des Programms gehörten:
- Mehr als 75 ASEAN-Funktionäre sowie Diplomatinnen und Diplomaten wurden zwischen 2022 und 2025 in Zusammenarbeit mit dem ASEAN-Institut für Frieden und Versöhnung (ASEAN-IPR) darin geschult, interreligiösen und interkulturellen Dialog (IRD/ICD) als Instrument für inklusive Politikgestaltung und regionale Zusammenarbeit einzusetzen.
- 45 jugendliche Führungskräfte aus sieben ASEAN-Mitgliedstaaten wurden im Jahr 2025 in den Bereichen interkultureller Dialog, Storytelling und digitales Engagement geschult, was zu 12 Basisinitiativen führte, von denen mehr als 300 Menschen in den jeweiligen Gemeinden profitierten.
- Das „Dialogue Cities Network“ verbindet fünf Pilotstädte in Südostasien als Plattform für akademische Fachkräfte, Journalistinnen und Journalisten, politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, religiöse Führungspersönlichkeiten, Frauen und Jugendliche; eine dritte „Dialogue Cities Southeast Asia Conference“ ist für 2026 in Kuala Lumpur geplant.
- Ein regionales Toolkit für jugendliche Influencerinnen und Influencer sowie religiöse Führungspersönlichkeiten zur Förderung von inklusivem Engagement und zur Bekämpfung von Hassrede im Internet
- Mehr als 20 KAICIID Fellows-Alumni wurden dabei unterstützt, von den Fellows geleitete IRD/ICD-Initiativen in der gesamten Region auszuweiten, darunter die kunstbasierte Dialoginitiative „Ruang Riung“ in Yogyakarta und Jakarta, an der über 100 religiöse Führerinnen und Führer teilnahmen und die mehr als 2.600 Personen vor Ort sowie ein digitales Publikum von über 750.000 erreichte.
KAICIID bekräftigte zudem sein kontinuierliches Engagement im Rahmen des Interreligiösen G20-Forums und der Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen und kündigte an, dass die Teilnehmenden des Internationalen Fellows-Programms 2026 das weltweite KAICIID-Netzwerk aus Dialogpraktikerinnen und -praktikern weiter ausbauen werden.
Die Gespräche während des interaktiven Teils konzentrierten sich auf gemeinsame Prioritäten, darunter die Rolle der religiösen Bildung in der Außenpolitik, die Prävention von Hassrede und Desinformation in zunehmend polarisierten digitalen Räumen, den Schutz religiöser Stätten und religiöser Minderheiten, den Beitrag des Dialogs zu inklusiver Stadtverwaltung angesichts der raschen Urbanisierung Asiens sowie gemeindebasierte Ansätze für den Klimaschutz.
Dieser Runde Tisch ist die dritte Veranstaltung einer Reihe regionaler diplomatischer Treffen, mit denen KAICIID dauerhafte Partnerschaften mit dem in Lissabon ansässigen diplomatischen Corps – aus arabischen, europäischen und nun auch asiatischen Ländern – aufbaut, um sein Mandat in konkrete Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, der Zivilgesellschaft und den Religionsgemeinschaften umzusetzen. KAICIIDs Asien-Programm arbeitet mit regionalen Gremien wie ASEAN-IPR und UNDP Philippines sowie mit Partnern aus Glaubensgemeinschaften und der Zivilgesellschaft zusammen, darunter das Network for Religious and Traditional Peacemakers, Religions for Peace, International Partnership on Religion and Sustainable Development (PaRD), das International Network of Engaged Buddhists, Arigatou International, das International Civil Society Action Network (ICAN) und das Al Qalam Institute.
Das im Rahmen des Internationalen Jahres des Friedens und des Vertrauens der Vereinten Nationen einberufene Treffen bekräftigte die Bedeutung des Dialogs zwischen verschiedenen Interessengruppen für die Bewältigung der komplexen Herausforderungen unserer Zeit. „Wir betrachten diese Runden Tische als den Beginn nachhaltiger Partnerschaften, die auf Vertrauen, gegenseitigem Lernen und gemeinsamer Verantwortung beruhen“, erklärte Botschafter Almeida Ribeiro den Anwesenden.
