KAICIID hat die sechste Auflage seines Projekts „Dialogue360“ im Rahmen eines Programms zur Krisenbewältigung gestartet, um lokal initiierte Initiativen zu unterstützen, die den Dialog nutzen, um Konflikte zu bewältigen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften in Syrien, im Sudan und in Palästina zu fördern.
Anfang dieses Jahres veröffentlichte KAICIID eine offene Ausschreibung im Rahmen des Programms „Response to Crises“ und lud Organisationen und Einzelpersonen ein, Initiativen vorzuschlagen, die auf dringende Bedürfnisse in von Krisen betroffenen Gemeinschaften eingehen. Im Rahmen der Ausschreibung gingen 113 Bewerbungen ein, die einem strengen Auswahlverfahren unterzogen wurden.
Im Rahmen dieses Verfahrens wurden 10 Projekte ausgewählt. Die Initiativen spiegeln ein starkes Engagement für den Dialog, lokale Führungsrollen und das Engagement der Bevölkerung wider. Sie befassen sich mit zentralen Herausforderungen wie Hassrede, sozialer Spaltung, dem Schutz des kulturellen Erbes, Vertreibung und Krisenbewältigung, insbesondere im Hinblick auf die am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen.
Dialogue360 baut auf sechs Jahren Erfahrung auf. Seit seinem Start hat das Programm 190 Initiativen in der gesamten arabischen Welt unterstützt. Es zeigt einmal mehr, dass der Dialog ein praktisches und wirksames Instrument zur Friedenskonsolidierung sein kann, auch in komplexen und fragilen Kontexten.
Die ausgewählten Initiativen decken eine Vielzahl von Themen und Ansätzen ab.
In Palästina konzentrieren sich die Initiativen auf gemeindebasierte Mediation und die Stärkung der Jugend. Im Rahmen einer Initiative werden 60 junge Führungskräfte und Frauen in Gaza in den Bereichen Dialog, Konfliktlösung und sozialer Zusammenhalt geschult. Eine weitere Initiative sieht die Einrichtung von drei lokalen Friedenskomitees vor, die sich mit Spannungen innerhalb der Gemeinschaft befassen und die Mediation fördern sollen.
In Syrien konzentrieren sich mehrere Initiativen auf Kompetenzbildung, Dialogförderung und Kommunikation auf Gemeindeebene. Dazu gehören die Schulung von 30 jungen Führungskräften in Kommunikations- und Moderationsfähigkeiten, die Organisation von 30 Peer-Learning-Dialogrunden sowie die Bereitstellung von Instrumenten zur Prävention von Hassrede und zur gewaltfreien Kommunikation für Akteure in den Gemeinden. Andere Initiativen werden Medien- und digitale Inhalte produzieren, die das Zusammenleben und eine gemeinsame kulturelle Identität fördern.
Im Sudan reagieren Initiativen sowohl auf den Bedarf an Dialog in den Gemeinden als auch auf digitale Herausforderungen. Im Rahmen einer Initiative werden 20 junge Menschen im Bereich des mobilen Journalismus geschult, um Hassrede entgegenzuwirken. Eine weitere Initiative sieht die Einrichtung einer Abteilung für digitale Narrativanalyse vor, um Spannungen zwischen Vertriebenen und Aufnahmegemeinschaften zu beobachten. In Kassala soll eine weitere Initiative durch Dialogrunden, politisches Engagement und Gemeinschaftsaktivitäten eine Verbindung zwischen dem gemeinsamen kulturellen Erbe und dem sozialen Zusammenhalt herstellen.
Im Rahmen einer regionalen Initiative werden 45 religiöse und kommunale Führungskräfte aus Syrien, dem Sudan und Palästina in strukturierten Dialogrunden zusammenkommen. Dazu gehören auch politische Stellungnahmen und die Entwicklung eines gemeinsamen ethischen Rahmens für einen verantwortungsvollen religiösen Diskurs in Krisenzeiten.
Über alle Initiativen hinweg umfasst das Projekt Schulungen, Dialogrunden, Sensibilisierungskampagnen, Strategiepapiere und kommunale Initiativen. Inklusion hat dabei höchste Priorität, wobei Jugendliche, Frauen und schutzbedürftige Gruppen, darunter Binnenvertriebene und Flüchtlinge, stark einbezogen werden.
An den Initiativen werden voraussichtlich mehr als 800 direkte Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligt sein, darunter religiöse Führungspersönlichkeiten, Akteure der Zivilgesellschaft, Jugendliche, politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden. Durch digitale Kampagnen, Medieninhalte und breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit dürfte die indirekte Reichweite deutlich höher ausfallen.
Lokale Eigenverantwortung ist ein wesentliches Merkmal von Dialogue360. Jede Initiative wird von Akteurinnen und Akteuren konzipiert und umgesetzt, die die kulturellen und sozialen Dynamiken ihrer Gemeinschaften verstehen. Dies trägt dazu bei, dass die Dialogprozesse glaubwürdig und relevant sind und eine nachhaltige Wirkung erzielen können.
Das Projekt wird offiziell mit einer Online-Auftaktveranstaltung starten, bei der die ausgewählten Initiativen vorgestellt werden und eine Plattform für den Austausch zwischen Teilnehmenden, Partnern und Fachleuten geboten wird.
Mit „Dialogue360“ fördert KAICIID weiterhin den Dialog als Instrument für Resilienz, Zusammenarbeit und Frieden in Krisenzeiten an der Basis.